La Dolce Vita - Das süße Leben ohne Happy End?

Dolce Vita kämpft wieder um ihr Leben

 

Wir vom Reha- und Gesundheitszentrum Dolce Vita, Verein für ganzheitliche Gesundheit von Mensch und Tier stellen Ihnen unsere Namensgeberin vor. Eigentlich als Synonym für eine traurige Geschichte, die sich positiv entwickelte.

Dolce Vita ist eine Hannoveraner Stute, die vor ein paar Jahren vorm Schlachter bewahrt wurde. Es gab ein Happy End. Doch jetzt muss sie erneut kämpfen. Am 16.06.2016 verletzte sich unsere Dolce so schwer auf der Weide, dass sie in die Klinik musste. Entgegen der Empfehlung, sie einzuschläfern, stellen wir uns mit Dolce dem Kampf erneut zurück ins Leben.Und wollen mit dieser Geschichte besipielgebend für viele andere Pferdeschicksale ein Zeichen setzen, dass es richtig ist, nicht aufzugeben. Und das eine Entscheidung über Leben und Tod keine Frage des Geldes sein darf. Mit der peniblen Dokumentation wollen wir erreichen, dass diese Verletzung zukünftig von den Versicherungen übernommen wird. Dazu brauchen wir ein Happy End. 

Unter der Facebook-Seite Dolce Vita - Gib nicht auf ist eine Gemeinschaft vertreten, die für dieses Pferd kämpft. https://www.facebook.com/dolcevitagibnichtauf  

Die ausführliche Geschichte zu Dolce Vita, wie hier auf dieser Seite schon als Auszug lesbar, finden Sie unter Blogger. Seit 2011 erzählt Dolce dort ihre Geschichte. Leider auch nun wieder fast tagesaktuell, da sich die Ereignisse manchmal förmlich überschlagen. 

http://tagebuchdolcevita.blogspot.de.

 

Spenden können Sie unter https://www.betterplace.org/de/projects/45311.

 

Vor allem aber würden wir uns über Mitstreiter für unsere Gemeinschaft freuen. Nicht nur Dolce Vita braucht Menschen mit einem großen Herz. Auch andere Pferde im Rehazentrum brauchen sie. Zum Spazieren gehen, Knuddeln, Putzen, Lieb haben. Zum gemeinsam Sport machen, joggen oder walken, zum Entspannen in der Natur und grasen (auch die Menschen können das - es gibt so leckere Kräuter)...

Werden Sie ein Teil von uns. kehren Sie heim zur Natur, erden Sie sich und werden ebenfalls gesund. Bringen Sie Ihre Kinder raus aus Internet und TV. Schenken Sie Ihnen frische Luft und Freiheit und einen besten Freund fürs Leben. Lassen Sie sich beschenken von der Güte und der Anmut der Pferde. Lassen Sie das Glück in Ihr Herz, auch wenn es nur wenige Stunden im Monat sind. 

La Dolce Vita - Das süße Leben?

Oder: Der steinige Weg eines Schlachtpferdes zurück zum Menschen

„So sprach Allah zum Südwind,
  ich will aus dir ein Wesen schaffen. Es soll sein:
  Ein Glück für den Guten und ein Unheil für den Bösen!
  Gnade soll walten auf seiner Stirn und Glück auf seinem Rücken.
  Es soll fliegen ohne Flügel und siegen ohne Schwert.
  So schuf Allah das Pferd.“          Mohammed



Ich bin Dolce Vita, eine Hannoveraner-Zuchtstute, 8 Jahre alt. Zum Schlachten bestimmt. Mein Todestag war festgelegt auf den 14.11.2011. Ich bin aber nicht tot. Ich lebe noch. Mein zweites Leben habe ich am 11.11.2011 geschenkt bekommen, mit einem Händedruck zwischen meiner damaligen Besitzerin und meiner neuen Besitzerin. Der Schlachter wurde abbestellt. In mein neues Leben fuhr ich am 15.11.2011. Aber lasst mich von vorn anfangen:

 

Ich wurde am 10.03.2003 geboren. Meine Mutter war eine hochdotierte Zuchtstute, mit bester Abstammung, wurde aber während der Schwangerschaft mit mir sehr krank und überlebte meine Geburt nicht und so wurde ich Flaschenkind. Meine Besitzerin kümmerte sich vorbildlich um mich und schaffte es, dass ich durchkam. Also hatte mir schon einmal ein Mensch das Leben gerettet. In der freien Natur wäre ich gar nicht geboren worden. Ich bin den Menschen schon dankbar. Das ich nun so bin wie ich bin, hat die Zeit entwickelt. Ich kam dann zu einer Ammenstute. Das klappte am Anfang ganz gut, dann stellte die Ersatzmutter aber die Milchproduktion ein, so dass ich nun beim Menschen aufwuchs. Ich war als Fohlen ganz niedlich. Eine kleine hübsche, manchmal freche Göre. Irgendwann musste ich in den großen Stall. Da waren ganz viele Pferde. Ich fühlte mich nicht wirklich wohl. Mir fehlte mein Mensch, die Aufmerksamkeit, die Zeit, die wir gemeinsam verbrachten. Hier war alles straff durchorganisiert, ich kam mir vor wie eine Nummer. Auch auf meinem letzten Hof vor meinem neuen Leben war ich eine von vielen. Ich hatte zwar immer noch meine Besitzer, die mich groß gezogen hatten, aber die hatten keine Zeit. Sie sind großartige Hannoveraner-Züchter, haben glaube ich über fünfzig Pferde: Stuten und Fohlen, große Wiesen, große Boxenställe. Eigentlich ganz toll, wenn man sich andere Anlagen ansieht. Ich hatte eine schöne große Box mit Außenpaddock. Ist zwar ein wenig zugig, aber ich bin auch nicht allein. Tagsüber durften wir in der ganzen Herde raus auf die Weide, abends ab in Stall, Kraftfutter und Heu fassen.

Ich bin eine Zuchtstute, durfte also auch Babies bekommen. Dieses Jahr hatte ich mein viertes Baby. Meine Nachzucht ist wohl ganz erfolgreich, aber was nützt mir das? Da ich nur Zuchtstute bin, wurde ich nicht geritten. Ich hatte also Langeweile. Aber wenn ich ein Baby hatte, dann hatte ich jemanden für mich. Da durfte ich mich drum kümmern. Klar, dass ich mir mein Baby nicht wegnehmen lassen will. Dann bin ich ja anschließend wieder allein. Ich habe das auch meiner Besitzerin eindeutig klar gemacht. Am Anfang habe ich es nett versucht, mit Ohren anlegen und Drohgesicht. Aber die haben nicht gehört. Selbst als ich sie von der Weide gejagt habe oder ausgeschlagen, gestiegen und gebissen habe, haben sie es nicht verstanden. Meine Besitzerin musste sogar mit Rippenbrüchen ins Krankenhaus. Und trotzdem, auch mein viertes Baby ist nun fort. Ich dachte echt, diesmal schaffe ich es, zu verteidigen. Naja. Nun ist es soweit, dass ich nichts mehr vom Menschen akzeptiere. Ich mag Menschen eigentlich, aber ich hasse sie auch. Und ich bin größer. Wenn die was von mir wollen, bleibe ich einfach stehen, gehe keinen Schritt und mache mich zur Giraffe. Da kriegen die meisten schon Angst. Wenn es nicht reicht und die fangen dann an zu schlagen oder mit Stricken zu wedeln, beiße ich zurück, steige hoch oder schlage aus. Bisher hatte ich damit Erfolg. Ich lasse mich nicht mehr putzen oder die Hufe machen, lasse mich auch nicht mehr vom Arzt oder Hufschmied behandeln, auf den Hänger steige ich auch nicht freiwillig. Zur Seite weichen, ausweichen oder treiben lasse ich mich schon gar nicht. Die können mich alle mal.

Meine Besitzerin meinte, sie kann mich nicht mehr verkaufen, da ich so böse bin. Sie muss aber ihren Bestand verkleinern, weil sie das alles nicht mehr schafft. Also war dann der Schlachter da. Der Termin zur Abholung war festgelegt. Aber eigentlich ist ja meine Besitzerin eine ganz Nette. Sie wollte mich nicht wirklich töten, sie wusste nur keinen Rat mehr. Hätte sie mehr Zeit für mich gehabt, wäre es auch gar nicht erst so schlimm geworden, meinte sie. Und so telefonierte sie sich die Finger wund, ob sie nicht noch jemanden auftreiben kann, der den Kampf mit mir aufnimmt. Zu meinem Glück (Vorerst – erst mal abwarten!) fand sie in letzter Sekunde meine neue Besitzerin. Ich nenne sie Chefin!

Wir sind uns alle einig, dass ich nicht aufgrund von schlechter Haltung, Schlägen, Quälerei oder zu massiver sportlicher Nutzung "kaputt" gegangen bin. Ein anderes Pferd in meiner Lebenssituation hätte vielleicht anders reagiert. Vermutlich habe ich durch die fehlende Mutter, den ständigen Kampf um mein zartes Fohlenleben und dem Aufwuchs beim Menschen größere Anforderungen auf Fürsorge und Betreuung als eine Durchschnitts-Zuchtstute. Ich bin Dolce Vita - keine durchschnittliche Zuchtstute! Das Leben als Dolly endet, das Leben als La Dolce beginnt.

Entwicklung in einem Jahr - Ist das noch die Dolce? Ja - es ist unsere Dolce!

Tagebuch ins Leben zurück:

Freitag, 11.11.2011

Meine Besitzerin steht mit einer Neuen vor meiner Box. Sie reden über mich. Ich gucke erst mal nicht so hin, passe nur auf mein Fohlen auf. Nicht dass die das haben will. Aber die interessiert sich nicht für mein Baby. Na gut. Erst mal Entwarnung. Dann kann ich sie mir ja mal näher angucken. Da sie keine Bedrohung für mich darstellt, brauche ich auch kein Drohgesicht aufsetzen. Ich bin nett. Sie scheint auch nett zu sein. Ich mag sie irgendwie. Ob sie mich auch mag? Kann ich nicht einschätzen. Sie ist ziemlich zurückhaltend. Mann ich gucke jetzt schon richtig treu doof. Die muss mich mit nehmen. Ich will nicht zum Schlachter. Meine Besitzerin holt mich raus, führt mich vor. Mein Baby hobbelt im Stall rum. Ich bin super artig. Meine Ohren sind beim Fohlen, aber die interessieren sich nicht dafür. Dann ist ja alles gut. Jetzt bin ich wieder in der Box. Was denn nun? Lasst mich nicht so hängen. Oh Gottseidank. Die haben den Deal gemacht. Der Schlachter wird abbestellt. Puh, das war aber knapp.



Dienstag, 15.11.2011

Der Tag meiner Reise ins neue Leben. Ich bin stinksauer. Sie haben mir mein Baby doch wieder weggenommen. Nicht mal ordentliches Futter habe ich gekriegt. Wegen meiner Milchproduktion. Der Stress setzt mir zu. Ich bin klapperdürr, mir ist kalt und ich bin einsam und verzweifelt. Dann kommt die Neue. Meine Besitzerin verfrachtet mich in den Hänger. Das wird ein ganz schöner Kampf. Ich habe keinen Bock drauf. Aber im Hänger gibt es wenigstens was zu essen. Was denn jetzt, die Klappe ist zu. Ich kloppe den Hänger klein, wenn ich hier nicht raus komme. Oh, jetzt muss ich aufpassen. Das Ding bewegt sich. Ich habe mächtig Schwierigkeiten. Da meine Zehen zu lang sind und meine Hufe ausgebrochen, kann ich mich schwer halten. Aber das Heu tröstet mich. Sobald der Hänger steht, kloppe ich wieder. Lasst mich raus, verdammt noch mal. Die Fahrt dauert ewig, habe ich das Gefühl. Meine neue Chefin fährt langsam, als wenn ich ein rohes Ei wäre, aber ich habe wirklich Schwierigkeiten. Durch meine Angstschi… wird es jetzt auch noch rutschig.

Irgendwann kommen wir endlich an. Bloß raus hier. Ich gehe gleich mal allein. Meine Chefin hat keine Chance. Lass mich bloß in Ruhe. Wo bin ich denn jetzt hier gelandet? Es ist neblig, kalt und die Wiese ist gefroren. Ich laufe erst mal hin und her. Da kommen Pfeeerrrddddeee, wie schön – ich bin nicht allein. Die sind zwar hinterm Zaun, aber neugierig. Scheinen auch nicht böse zu sein. Die eine kommt mir bekannt vor. Sieht aus wie ich, nur schwarz und schööön. Ich will auch so schön sein. Die hat so tolle Muskeln und Fleisch und schwarzes glänzendes Winterfell. Ich dagegen bin bis auf die Knochen abgemagert, habe fast überhaupt keine Muskeln und dünnes fuchsfarbenes Fell. Aber auf meine Blesse bin ich stolz. So eine hat keine. Und größer bin ich auch. Wenigstens etwas. Meine Chefin erzählt mir, dass wir denselben Großvater haben - Donnerhall, war irgendein Superhengst. Was interessiert‘s mich. Davon fühle ich mich auch nicht besser.

Mit meiner Chefin habe ich mich inzwischen auch angefreundet. Sie gibt mir Sicherheit, passt auf mich auf, gibt mir Futter und Wasser. Ich laufe ihr hinterher wie ein Hündchen, ich habe Angst, dass sie mich allein lässt. Aber das macht sie erst mal nicht. Ich sehe sie die ganze Zeit irgendwo wuseln, misten, Heu machen, Zäune spannen. Zwischendurch kommt sie immer wieder zu mir auf die Wiese. Jetzt hat sie mir grad erzählt, dass ich doch keine Box bekomme. Wassss? Wo soll ich denn hin? Ich sei viel zu dünn und auch so aufgeregt. Sie hat Angst, dass ich mir was weghol‘. Ich ziehe zu den Haflingern und Shettis in den Offenstall. Die freuen sich, da bekommen sie jetzt die nächsten Tage mehr Futter wegen mir. Ich habe keine Probleme mit den Dicken, die tun mir nichts. Meine Chefin hat das auf der Weide überprüft. Ich bin denen wahrscheinlich zu groß. Ich denke, dass die große Schwarze das mit den Haflingern schon geklärt hatte. Apropos Weide. Nachdem der Nebel und der Frost endlich weg waren, durften wir alle raus, aufgeteilt natürlich. Hat die nicht tatsächlich noch Weide mit Gras drauf? Richtig Futter? Wahnsinn. Das ist so lecker. Langsam komme ich zur Ruhe. Die eine Fuchsstute, die wohl auch noch nicht so lange hier ist, folgt mir auf Schritt und Tritt. Ist fast schon unheimlich. Aber die ist nicht böse. Nur ein wenig panisch zu den Menschen. Wer weiß, was die für Probleme hat. Mich scheint sie toll zu finden. Ich, naja, schauen wir mal. Die große Schwarze interessiert mich mehr, die steht aber auf der Nachbarweide und guckt immer rüber. Zwei Giftziegen sind auch da drüben. Die spielen sich auf. Na wartet, wenn ich Euch erwische. Dann ist da noch eine, die scheint die Mutter von der kleineren Schwarzen zu sein. Die greift immer ein, wenn die Kleine zu mir an den Zaun kommt. Das kenne ich. Das ist auch so eine Supermutti wie ich. Löwenmutter, sagt Chefin dazu. Die kam auch als Pferd des Grauens zu ihr. Aber die durfte wenigstens ihr Baby mitbringen. Aber jetzt scheint sie in Ordnung zu sein. Ich werde auch in Ordnung. Versprochen. Wenn Chefin das Richtige tut. Hoffentlich weiß sie, was sie tut.



Donnerstag, 17.11.2011

Heute hat Chefin von mir Fotos gemacht. Sie will meine Fortschritte dokumentieren. Garnicht so einfach, Fotos zu machen, da ich ihr hinter her laufe. Macht sich da sehr schlecht, Fotos von meinem Hinterteil zu bekommen. Ich will das ja auch nicht, bin ja nicht so schön. Obwohl erst ein Mädel gesagt hat: Oh ist die schön... Die anderen hatten sich bisher über mich erst einmal erschrocken. Ich bin aber zu allen nett. Muss mich ja benehmen, wenigstens am Anfang, nicht dass sie mich gleich wieder wegbringt. Wenn ich dann weiß, wo der Hase lang läuft, werde ich schon mein Wahres Ich zeigen...

 

Übrigens heiße ich nicht mehr Dolly. Neues Leben, neue Haltung, neuer Name, sagt Chefin. Erst sagte sie nur Dolce, aber die meisten verstehen dann Deutsche - na das ist ja wirklich blöd. Also kommt ein La davor von La Dolce Vita - Das süße Leben. Und so heiße ich La Dolce - die Süße. Namen sollen den Charakter wiederspiegeln. Rocket ist schließlich auch so schnell wie eine Rakete... Aber ob ich süüüüüüß werde?

Statusfotos Ankunft

Donnerstag, 24.11.2011

Heute hat die Tochter meiner Chefin Geburtstag. Da hat sie wenig Zeit für uns alle. Ich stehe immer noch im Offenstall. Ist gar nicht schlimm. Kann ich laufen, wie ich will, habe meine neuen Freunde hier bei mir. Die Ponys sind so süß. Ich mag die beiden total. Die Fuchsstute trampelt mir immer noch hinter her. Ich freue mich immer, wenn Chefin kommt und wiehere ihr entgegen. Manchmal nimmt sie mich mit an die Anbindestange. Dann putzt sie mich und putzt die Hufe. Erst dann bekomme ich einen Eimer Kraftfutter. Am Anfang habe ich es ihr ganz schön schwer gemacht. Beim ersten Putzen kam sie grad mal bis zu meinen Rippen, dann habe ich gesagt, Schluss, ziemlich eindeutig mit Hinterhand rumwerfen und Drohgesicht und Knurren. Jaja, ich kann knurren. Das ist schon angsteinflößend. Sie hat dann noch meine Vorderhufe gesäubert, aber von meiner Hinterhand abgelassen. Nachdem ich sie dann doch noch ein wenig weiter hinter gelassen habe, habe ich dann Futter bekommen. Na das wusste ich doch nicht vorher. Beim nächsten Mal wollte ich das Futter natürlich sofort, habe ich aber nicht bekommen. Der Eimer stand zwar noch nicht da, aber ich war mir sicher, dass sie den irgendwo hatte. Es roch danach. Ich bin ja nicht doof. Na gut, selbe Prozedur, Putzen, Hufe vorn, heute dann ging es an die Hinterhand. Gaaaaaannnnz vorsichtig, sonst zeige ich Dir, wo der Hammer hängt! Am darauffolgenden Tag ging es wieder ein Schritt weiter. Mit den Hinterhufen. Na das kannst Du knicken. Die kriegst Du nicht. Ich kann nicht nur gut nach hinten ausschlagen, sondern auch seitlich oder vor. Aber Chefin wunderte sich darüber gar nicht. Sie meinte nur, dass kenne sie bereits. Ihre Löwenmutter kann das auch. Und da müssen wir jetzt durch. Nächste Woche kommt der Hufschmied, bis dahin muss das klar sein. Irgendwas macht mich ein wenig stutzig bei ihr. Ich kann zwar diskutieren, aber sie geht nicht darauf ein. Was gemacht werden muss, muss gemacht werden, basta. Und wenn ich ewig diskutiere, sie lässt nicht locker. Das hat sie von ihrem Hafi gelernt. Sie musste nur länger durchhalten als er, damit er macht, was sie will. Und der kann laaaange durchhalten. Sturer Esel, Ziegenpeter und so wird er manchmal genannt. Na solange halte ich nicht durch. Ich will schließlich zu meinem Eimer. Das Zuhauen, Beißen oder Steigen fruchtet auch nicht. Da motzt sie mich ordentlich an, dann hör ich erst mal verwundert auf. Wieso hat die denn keine Angst vor mir. Ich mache mich groß wie eine Giraffe und die holt einfach meinen Kopf wieder runter. Ist ganz schön anstrengend der Kampf. Und irgendwie fange ich an, sie richtig zu mögen. Aber der Kampf ist noch nicht zu Ende, sei darauf gefasst…



Dienstag, 29.11.2011

Heute war ein ätzender Tag. Ich musste heute zum Hufschmied. Das ist für mich wie bei manchen Menschen der Zahnarzt. Ich mag das nicht. Es tut ja eigentlich nicht weh. Aber ich finde es trotzdem doof und das habe ich auch gesagt. Am Anfang vorn war ich noch nett. Beim ersten Hinterhuf habe ich dann schon missmutig reagiert mit zappeln, wegziehen, ausschlagen. Aber beim letzten Huf hatte ich die Faxen dicke. Das war ein Kampf. Aber die haben nicht nachgelassen. Haben immer wieder festgehalten, neu aufgenommen, geschimpft und am Halfter geruckt. War sehr anstrengend. Aber jetzt sehe ich wieder schick aus. Nur dass ich jetzt nicht mehr laufen kann. Durch das überständige Hufwachstum hatte ich inzwischen eine leichte Fehlstellung. Und dann ist der Boden hier so hart. Mir tut alles weh. Sicher auch durch mein Gezappel. Das wird noch `ne Weile dauern, ehe ich wieder gut laufen kann. Wenigstens sind wir immer noch den ganzen Tag auf der Weide, da ist es für mich angenehmer.



Weidekumpel Die anderen finden mich nett und
wollen bei mir weiden, aber
Ab zur Chefin ich gehe lieber zur Chefin.

Statusfotos 1 Monat später

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